Toyota passt sich an China an: der bZ7 kombiniert Technologie von Huawei, Momenta und Xiaomi, um im wettbewerbsintensivsten Elektroauto-Markt der Welt zu bestehen



Toyota bZ7Foto © Toyota

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Toyota hat seinen kühnsten strategischen Kurswechsel seit Jahrzehnten vollzogen: Anstatt zu versuchen, das chinesische Technologiekosystem mit eigenen Lösungen zu übertreffen, hat das Unternehmen beschlossen, es zu integrieren. Die vollelektrische Limousine bZ7, die von dem Joint Venture GAC-Toyota Ende März auf den chinesischen Markt gebracht wurde, umfasst den Antriebsstrang von Huawei, das Assistenzsystem von Momenta und das Smart Home-Ökosystem von Xiaomi.

Der Fahrzeug erhielt 3.100 Bestellungen in der ersten Stunde nach seiner Einführung, ein Zeichen dafür, dass der Einsatz lokaler Technologie bei den chinesischen Verbrauchern Anklang gefunden hat.

Der mechanische Herzschlag des bZ7 trägt nicht das Siegel von Toyota oder seinem Partner GAC, sondern das System Huawei DriveONE: eine integrierte Plattform, die Elektromotor, Wechselrichter und Getriebe in einer einzigen Einheit vereint, mit 207 kW Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Das intelligente Cockpit arbeitet mit HarmonyOS Space 5.0, ebenfalls von Huawei, mit kontinuierlicher Spracharchitektur und Langzeitgedächtnis.

Für das Assistierte Fahren hat Toyota Momenta und dessen System R6 ausgewählt, das 27 Sensoren nutzt und sowohl städtische Umgebungen als auch Autobahnen abdeckt. Die Premium-Version fügt einen LiDAR-Sensor hinzu, der die Funktion der autonomen Navigation auf der Strecke ermöglicht. Das Ökosystem von Xiaomi erlaubt es, das intelligente Zuhause direkt über das Infotainmentsystem des Fahrzeugs zu steuern.

Die LFP-Batterien werden von CALB in zwei Konfigurationen angeboten: 71,35 kWh mit einer Reichweite von 600 km und 88,13 kWh mit bis zu 710 km gemäß dem CLTC-Zyklus. Das Schnellladen mit 128 kW ermöglicht es, in zehn Minuten 300 km zurückzugewinnen.

Der bZ7 ist 5,13 Meter lang und hat einen Abstand zwischen den Achsen von 3,02 Metern. Der Einführungspreis liegt zwischen 147.800 Yuan (etwa 18.400 Euro) und 199.800 Yuan (etwa 24.900 Euro) in fünf verschiedenen Versionen.

Dieses Modell ist das zweite, das vollständig in China von Toyota entwickelt wurde, nach dem bZ3X, das im März 2025 vorgestellt wurde. Der Wendepunkt war die Allianz „Partnership 2.0“ zwischen GAC und Toyota, die im Juni 2025 angekündigt wurde und den Weg für eine tiefgreifende Integration mit chinesischen Technologieanbietern ebnete.

Der Kontext erläutert die Dringlichkeit der Entscheidung. Toyota hält weltweit einen Anteil an reinen Elektrofahrzeugen von weniger als 2 %, während BYD einen Anteil von 23 % hat. In China sind die Fahrzeugpreise laut AlixPartners in zwei Jahren um 20 % gefallen, und die Verkäufe von Personenkraftwagen brachen im ersten Quartal 2026 um 23 % ein. Huawei stellte 38 Modelle verschiedener Marken mit seinen Systemen aus auf der Auto China 2026, die in Peking stattfand, und festigte damit seine Position als führender Technologieanbieter für die Branche.

Volkswagen verfolgt eine parallele Strategie: Auf derselben Messe kündigte das Unternehmen die Integration von «agentischer» Künstlicher Intelligenz in seine Fahrzeuge für China an und stellte den UNYX 09 vor, eine Elektro-Limousine, die gemeinsam mit XPeng entwickelt wurde. Dongfeng und Huawei präsentierten ebenfalls den Yijing X9, einen weiteren Luxus-SUV mit HarmonyOS und dem neuen intelligenten Fahrassistenten Qiankun der nächsten Generation.

Die Botschaft der Analysten ist eindeutig. „Eine signifikante Marktanteilsrückgewinnung in China ist unrealistisch“, sagte Andreas Radics, Geschäftsführer von Berylls by AlixPartners. Für ausländische Marken scheint der einzige gangbare Weg der zu sein, den Toyota gerade mit dem bZ7 vorgezeichnet hat: Wenn du das chinesische Technologiekosmos nicht besiegen kannst, integriere dich in ihn.

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