Luego der das Justizministerium am Mittwoch eine formelle Anklage gegen den ehemaligen kubanischen Diktator Raúl Castro wegen seiner mutmaßlichen Verantwortung für den Abschuss von zwei Zivilflugzeugen der Organisation Hermanos al Rescate am 24. Februar 1996 erhob, veröffentlichte die Casa Blanca eine Botschaft in Großbuchstaben: „Die Vereinigten Staaten und Präsident Trump vergessen ihre Bürger nicht.“
Der Ankündigung wurde vom amtierenden Generalstaatsanwalt Todd Blanche im Freedom Tower in Miami, dem Symbol des kubanischen Exils, an einem tagbeladen mit Symbolik: dem 20. Mai, dem Unabhängigkeitstag Kubas, gemacht.
„Fast 30 Jahre lang haben die Familien von vier getöteten Amerikanern auf Gerechtigkeit gewartet“, erklärte Blanche, die die Position der Regierung mit einem klaren Satz zusammenfasste: „Wenn du Amerikaner tötest, werden wir dich verfolgen.“
Präsident Trump erklärte dazu, dass „die Vereinigten Staaten nicht tolerieren werden, dass ein Schurkenstaat militärische, nachrichtendienstliche und terroristische Operationen ausländischer Länder in nur neunzig Meilen Entfernung vom amerikanischen Hoheitsgebiet beherbergt.“
Die Anklagen gegen Castro umfassen Verschwörung zum Mord an US-Bürgern, Zerstörung von Flugzeugen und vier einzelne Anklagen wegen Mordes. Die Anklage wurde von einer großen Jury, die am 23. April 2026 in Miami tagte, zurückgegeben und am Mittwoch veröffentlicht.
Junto a Castro wurden fünf kubanische Militärs angeklagt, allesamt Piloten: Lorenzo Alberto Pérez-Pérez, Emilio José Palacio Blanco, José Fidel Gual Bárzaga, Raúl Simanca Cárdenas und Luis Raúl González-Pardo Rodríguez.
Der letzte, ein 64-jähriger ehemalige Pilot der kubanischen Luftwaffe, befindet sich bereits in US-amerikanischer Gewahrsam: Er wurde am Dienstag wegen Einwanderungsbetrugs und falscher Angaben bei einer Bundesbehörde verhaftet, weil er seine militärische Vergangenheit bei der Beantragung einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung im April 2025 verschwiegen hatte.
Die vier Opfer des Absturzes waren Armando Alejandre Jr., Carlos Costa, Mario Manuel de la Peña und Pablo Morales, alle wohnhaft in Miami — drei US-Bürger und ein rechtmäßiger Bewohner — deren Leichname niemals geborgen wurden.
Laut der Anklage wurden die beiden unbewaffneten Cessna 337 Skymaster von MiG-29-Jetflugzeugen der kubanischen Luftwaffe über internationalen Gewässern der Florida-Straße abgeschossen, während sie Such- und Rettungsarbeiten für kubanische Flüchtlinge durchführten. Ein drittes Flugzeug, das von José Basulto, dem Gründer der Organisation, gesteuert wurde, konnte entkommen.
Die zentrale Komponente des Falls ist eine Audioaufnahme aus Juni 1996, in der Castro den Befehl beschreibt, den er erteilt hat: „Ich sagte, sie sollten versuchen, sie über dem Territorium abzuschießen, aber sie drangen in Havanna ein und verschwanden... Nun ja, schießt sie im Meer ab, wenn sie auftauchen; und konsultiert nicht die, die die Befugnisse haben.“
Zum Zeitpunkt des Sturzes war Raúl Castro Minister der Revolutionären Streitkräfte, eine Position, die ihn an die Spitze der militärischen Kommandohierarchie stellte.
Die Kongressabgeordnete María Elvira Salazar feierte die Anklage mit zwei Aussagen: „Es ist ein glorreicher Tag für die Kubaner“ und „Heute beginnt das Ende der Familie Castro“. Basulto reagierte seinerseits emotional: „Ich habe mir dies seit langem gewünscht. Ich habe mir gewünscht, dass Gerechtigkeit geschieht, dass die Gerechtigkeit Wirklichkeit wird.“
Das kubanische Regime wies die Anschuldigungen zurück: Außenminister Bruno Rodríguez bezeichnete Marco Rubio als „Sprecher korrupten und revanchistischen Interessen“ und die Botschaft Kubas in Washington nannte das Verfahren „Täuschung“.
Die Anklage hat hauptsächlich eine symbolische Bedeutung, da es kein Auslieferungsabkommen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten gibt und Castro, der 94 Jahre alt ist, niemals amerikanischen Boden betreten hat. Dennoch stellt der Fall das erste Mal dar, dass die US-Bundesjustiz dem ehemaligen Diktator offiziell eines der gravierendsten Verbrechen gegen Bürger dieses Landes in den letzten Jahrzehnten zur Last legt.
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