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In einem Kuba, das von Stromausfällen von mehr als 24 Stunden und einem kurz vor dem Kollaps stehenden Elektrizitätssystem geprägt ist, ist das Kochen zu einem Akt des Überlebens geworden.
Vor dem Mangel an Gas und Elektrizität greifen die Familien auf Gemeinschaftsessen zurück, die mit Holz oder Kohle zubereitet werden, um nicht hungern zu müssen, doch diese scheinbare „Lösung“ birgt ebenfalls Risiken.
Die Organisation Food Monitor Program (FMP), die sich mit der Überwachung der (Un)sicherheit in Kuba beschäftigt, wies auf ihrem Profil bei X darauf hin, dass gemeinschaftliche Mahlzeiten nicht mehr Ausdruck von Erholung und erst recht nicht von Widerstand sind, sondern zu einer verzweifelten und überlebensnotwendigen Antwort auf die Energie- und Lebensmittelkrise geworden sind, die Kuba heimsucht.
In ihrem neuesten Artikel mit dem Titel „Gemeinschaftsessen: Widerstand oder Notwendigkeit?“ führte FMP aus, dass die langanhaltenden Stromausfälle und der Mangel an Haushaltsgas Tausende von Kubanern dazu zwingen, an öffentlichen Orten mit Holz, Kohle oder sogar Plastik zu kochen, wodurch sie sich einer Kontamination und Atemrisiken aussetzen.
Die Verschlechterung des nationalen elektroenergetischen Systems und die Unfähigkeit des kubanischen Regimes, grundlegende Dienstleistungen zu gewährleisten, haben die vulnerablen Viertel – und einige weniger verletzliche – dazu gedrängt, prekäre Lebensweisen zu entwickeln.
„Gemeinschaftsessen sind nicht immer Widerstand; oft sind sie die einzige Alternative in Zeiten der Not“, stellte die Organisation fest.
Außerdem ist das Kochen zu einem Luxus geworden: Ein Sack Kohle kostet mehr als 1.500 CUP, während das durchschnittliche Gehalt bei etwa 5.000 CUP liegt.
In den ärmsten Vierteln ist etwas Reis, Wurzelgemüse und gemeinsam geteilte Knochen die einzige tägliche Nahrung, betonte der Artikel.
„Diese Netzwerke mildern die Prekarität, lösen sie jedoch nicht“, warnt FMP, das vor der Gefahr warnt, die Solidarität zu romantisieren und den Verfall grundlegender Dienstleistungen zu normalisieren.
Der Mangel an Elektrizität, der den Verlust von verderblichen Lebensmitteln verursacht, verstärkt die Ernährungssicherheit und die informellen Netzwerke des Tauschhandels und des Überlebens.
“¿Bis zu welchem Grad kann eine Gesellschaft durch informelle Mechanismen aufrechterhalten werden?”, fragt der Bericht.
In der heutigen Kuba ist das Kochen auf der Straße kein politischer Akt und keine Metapher des Widerstands: Es ist die letzte Möglichkeit, am Leben zu bleiben, im wahrsten Sinne des Wortes.
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