Sandro Castro kehrte am Dienstag zu seiner ungewöhnlichen Liebesgeschichte mit einem Benzinkanister zurück und sandte eine neue Nachricht voller Doppeldeutigkeiten inmitten der Energiekrise.
In einer Geschichte veröffentlicht auf Instagram, nahm der Enkel des Diktators Fidel Castro erneut die Fiktion seiner „liebevollen“ Beziehung auf, fügte jedoch diesmal Referenzen hinzu, die direkt mit der heiklen wirtschaftlichen Lage des Landes verknüpft waren.
„Caballero, meine Freundin hat mich mit einer Allergie… ich bin gerade ein mipyme mit Allergie“, sagte er im Video und spielte auf den starken Geruch des Kraftstoffs seiner Geliebten an.
Der scheinbar humorvolle Satz steht im Einklang mit der kürzlichen Entscheidung des Regimes, mikro-, kleine und mittlere Unternehmen (mipymes) die Importierung von Treibstoff zu genehmigen, jedoch unter strenger staatlicher Kontrolle und über offizielle staatliche Intermediäre.
In der Praxis werden die MIPYMES nicht direkt importieren können: Sie müssen den Einkauf über staatliche Einrichtungen abwickeln und alles unter Aufsicht des zentralisierten Apparats.
In diesem Kontext erscheint Sandros Selbstdefinition als "Mikro- und Kleinunternehmer mit Allergie" wie eine kalkulierte Ironie: Der Treibstoff ist erlaubt, doch riecht er nach Bürokratie, nach Mehrkosten und nach Abhängigkeit vom Staat.
Der auffälligste Moment des Reels kam, als er bemerkte: “Hey, ich musste ihr sagen, dass sie nicht rauchen soll… dieses Mädchen wollte rauchen. Bist du verrückt! Das kann alles explodieren! Und schau, wir sind schon kurz davor zu explodieren.”
Jenseits des offensichtlichen Witzes über die Gefährlichkeit, eine Zigarette in der Nähe von Benzin anzuzünden, klingt die Metapher in einer Insel nach, die von langanhaltenden Stromausfällen, endlosen Schlangen an den Tankstellen und wachsendem sozialen Unmut geprägt ist.
Während die Regierung versucht, die kontrollierte Öffnung für die Mipymes als Erleichterung darzustellen und kleine Lieferungen von Kraftstoff aus den Vereinigten Staaten unter speziellen Lizenzen verzeichnet werden, bleibt der Mangel weiterhin ein Problem für den Transport, die Produktion und das tägliche Leben.
In diesem Zusammenhang klingt das Wort „Explosion“ nicht nur nach schwarzem Humor.
Sandro besteht darauf, die Knappheit und das Leiden des kubanischen Volkes zu seinem Sprungbrett zum Ruhm zu machen.
Wenn er im Valentinstagsvideo den Kanister unter einer mexikanischen Flagge - dem neuen Ölpartner des Regime - umarmte, führt er nun das Risiko von Verbrennung und sozialer Explosion als dramatischen Höhepunkt ein.
Zwischen Sarkasmus und Narzissmus schwebt in seiner Botschaft eine unangenehme Idee: In der heutigen Kuba ist Treibstoff nicht nur ein rares Gut, sondern auch ein Symbol für akkumulierte Spannungen. Und wenn es an Energie mangelt, fehlt es auch an Geduld.
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