In den kubanischen Feldern wurde schon lange bevor es moderne Bäckereien gab, ein bescheidenes und schmackhaftes Brot gebacken, das in Camagüey als pan patato bekannt ist.
Dieses Lebensmittel verdankt seinen Namen der Süßkartoffel und war über Jahrzehnte eine praktische, wirtschaftliche und sehr energiereiche Lösung für Landfamilien.
In Camagüey hat dieses Rezept einen zusätzlichen Wert. Es ist das einzige kulinarische Rezept aus Camagüey, das von José Martí registriert wurde und das bis heute in Minas erhalten geblieben ist.
Das Patato-Brot wurde aus gekochtem und geriebenem Süßkartoffel hergestellt. Als Basis wurden weitere verfügbare Zutaten hinzugefügt: Kürbis, Yuca, geriebene Kokosnüsse oder ein anderes Gemüse. Die Mischung wurde mit Honig oder Zucker gesüßt und mit Schmalz angereichert. Es enthielt kein Weizenmehl, was es in Zeiten der Knappheit zugänglich machte.
Martí hinterließ die Rezeptur mit diesen Worten: „… Sie rieben die gekochte Süßkartoffel, mischten sie mit Kürbis, Maniok oder anderem Gemüse oder geriebenem Kokosnuss; –und dann fügten sie Honig oder Zucker und Schmalz hinzu. Sie kochten es in Schmalztöpfen, umgeben von Wärme. –Es reichte für vier oder sechs Tage. –So nutzten sie die schlechte Süßkartoffel aus.“
Die Methode war einfach. Alle Zutaten wurden vermischt, bis ein dicker Teig entstand. Dann wurde die Masse in gefettete Töpfe gefüllt und langsam gegart, umgeben von Wärme. In vielen ländlichen Gegenden wurde dies auf Holz- oder Kohleöfen zubereitet.
Das Ergebnis war ein kompakter, feuchter und sehr aromatischer Brotlaib, der einem Pudding sehr ähnlich sah. Darüber hinaus konnte er ohne Kühlung zwischen vier und sechs Tagen aufbewahrt werden.

In Baracoa, Guantánamo, wird seit Jahrhunderten Süßkartoffel- und Maisbrot in Eisen- oder Aluminiumeimern zubereitet, mit Glut von beiden Seiten. In diesen Varianten darf die Kokosmilch nicht fehlen.
In Camagüey sowie in Orten wie Sibanicú und Minas bewahrt jede Familie ihren eigenen Stil.
Das Patatobrot entstand als Möglichkeit, die begonnenen verderblichen Bataten zu verwerten. Es war günstig, ergiebig und sehr energiereich. Heute ist es weiterhin ein Symbol der Tradition auf den Feldern.
Archiviert unter: