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Die Reise eines russischen Tankers, der mit über 700.000 Barrel Rohöl beladen ist, hat Kuba erneut ins Zentrum eines geopolitischen Wettkampfs zwischen Moskau und Washington gerückt, während Millionen von Kubanern weiterhin in Stromausfällen, Mangelwirtschaft und einer ununterbrochenen Energiekrise gefangen sind.
Das Schiff Anatoly Kolodkin, das von den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich sanktioniert wurde, segelt weiterhin in Richtung Karibik unter intensiver Überwachung der US-Küstenwache und mit einem zunehmend ungewissen Kurs.
Obwohl sie ursprünglich auf Matanzas zusteuerte, zeigen aktuelle maritime Tracking-Daten, dass sich ihre Route geändert hat, was die Unsicherheit darüber nährt, ob sie schließlich die Insel erreichen oder abgefangen wird.
Laut Berichten, die von Político zitiert werden, transportiert der Tanker etwa 730.000 Barrel Rohöl und wurde sogar von einem russischen Kriegsschiff auf seinem Weg durch Europa eskortiert, ein Zeichen, das Experten eher als Provokation denn als einfache Handelsoperation interpretieren.
Für von diesem Medium konsultierte Analysten hat der Versand nicht das Hauptziel, Kuba zu retten, sondern sendet eine direkte Botschaft an die Vereinigten Staaten in einer Zeit hoher internationaler Spannungen.
„Das Spiel dreht sich nicht um Kuba, sondern darum, Washington unter Druck zu setzen“, sind sich Experten und ehemalige Beamte einig, die von Político zitiert werden und die die Manöver als eine Möglichkeit sehen, auszutesten, wie weit die US-Regierung bereit ist zu gehen in ihrer eigenen Einflusszone.
In der Zwischenzeit ist die Situation auf der Insel verzweifelt. Der mögliche russische Lieferumfang würde kaum für einige Wochen – oder sogar Tage – Erleichterung in einem Land ausreichen, in dem die Stromausfälle 30 Stunden überschreiten und das elektrische Defizit kritische Werte erreicht hat. Der Mangel an Brennstoff hat die Stromerzeugung drastisch reduziert, was zu Protesten und wachsendem sozialen Unmut geführt hat.
Aber der Hintergrund reicht weit über das Öl hinaus.
Laut The New York Times hat die Lieferung die Alarmglocken in Washington bezüglich der Rolle Kubas als strategische Plattform für Russland und China, nur 90 Meilen von den Vereinigten Staaten entfernt, wieder laut werden lassen. Die Insel beherberge angeblich Geheimdienstanlagen, die mit dem Kreml in Verbindung stehen, wie die Basis von Lourdes, sowie andere vermutete chinesische Stationen, was ihren geopolitischen Wert im globalen Wettbewerb verstärkt.
Der Präsident Donald Trump hatte bereits eine Nationalstaatsnotlage erklärt, um die Ölimporte nach Kuba zu stoppen und behauptet, dass Havanna die Präsenz ausländischer militärischer und nachrichtendienstlicher Fähigkeiten zulässt, die die Sicherheit der Vereinigten Staaten bedrohen. In diesem Zusammenhang erscheint die Bewegung des russischen Tankers als eine direkte Herausforderung an diese Politik.
En parallel, Washington hat den Energiedruck auf die Insel verstärkt. Nachdem wichtige Anbieter wie Mexiko und Venezuela unter Druck gesetzt wurden, ließ die US-Regierung Kuba seit Januar praktisch ohne stabile Versorgung. Die jüngste Entscheidung des Finanzministeriums, die Insel ausdrücklich von jeglicher Lockerung der Sanktionen gegen russisches Öl auszuschließen, verstärkt diese Strategie.
Das Ergebnis ist eine Bevölkerung, die zwischen Erwartung und Frustration lebt. Tagelang wurde die Ankunft des Schiffs als eine mögliche Erleichterung inmitten des energetischen Zusammenbruchs angesehen. Jetzt, mit seiner Kursänderung und der Präsenz amerikanischer Militärkräfte in der Gegend, wird diese Erleichterung erneut in Frage gestellt.
En dem globalen Spielbrett ist Kuba erneut ein Spielstein. Für Russland, eine Gelegenheit, Druck auf die Vereinigten Staaten auszuüben. Für Washington eine rote Linie in seiner Hemisphäre. Und für die Kubaner ein weiterer Tag geprägt von Unsicherheit, Dunkelheit und dem Gefühl, dass ihr Schicksal fern der Insel entschieden wird.
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