"Den Kubanern wurde beigebracht, keine Hoffnung zu haben, denn es gibt immer einen Trick."



Servicentros Rex und Tángana, in HavannaFoto © CiberCuba

Der kubanisch-amerikanische Historiker Carlos Eire, Professor an der Yale-Universität, gab ein ausführliches Interview mit der Journalistin Tania Costa, in dem er seine Sicht auf Kuba, das Exil, die strukturelle Hoffnungslosigkeit, die das Regime im kubanischen Volk installiert hat, und die Misserfolge von mehr als sechs Jahrzehnten Kommunismus auf der Insel thematisierte.

Eire erklärte in seinem Gespräch mit CiberCuba, dass "uns Kubanern beigebracht wurde, keine Hoffnung zu haben, weil es immer einen Trick gibt", in Bezug auf die Abhängigkeit von Spanien, den USA, der UdSSR, Venezuela und der Angst, dass jetzt ein neuer Retter auftauchen könnte.

Dieses Misstrauen ist laut dem Wissenschaftler nicht zufällig, sondern das Ergebnis jahrzehntelangen psychologischen Konditionierens durch das kastristische Regime, das die Hoffnungslosigkeit zu einer erlernten Reaktion auf jede Veränderungsversprechen gemacht hat.

Carlos Eire ist einer der international anerkanntesten kubanischen Intellektuellen, die in den Vereinigten Staaten leben. Er ist Professor für Geschichte und Religionswissenschaften an der Yale-Universität und kam als Kind im Rahmen der Operation Peter Pan in die USA. In diesem Land hat er eine solide akademische Karriere aufgebaut und ist zudem zu einer einflussreichen Stimme über die Erfahrung des kubanischen Exils geworden. Sein Werk "Waiting for Snow in Havana" erhielt 2003 den National Book Award in den Vereinigten Staaten. Über Jahre hinweg wurde seine Arbeit von den renommiertesten Zeitungen der Welt gelobt: The New York Times, The Wall Street Journal und El País, für die Art und Weise, wie er persönliche Erinnerung und Geschichte miteinander verknüpft.

In einem Moment des Interviews erinnerte sich Eire daran, dass zwischen 1960 und 1962 im Rahmen der Peter-Pan-Operation mehr als 14.000 Kinder in die Vereinigten Staaten auswanderten und insgesamt mehr als 80.000 Visa ausgestellt wurden.

Seine persönliche Geschichte ist untrennbar mit seiner intellektuellen Vision verbunden: Sein Vater konnte Kuba niemals verlassen und starb auf der Insel, ohne seine Familie wiederzusehen. Seine Mutter schaffte es, auszureisen, und als sie über achtzig Jahre alt war, erzählte sie ihm, warum sie ihn aus dem Land holte. Drei Jahre und sechs Monate konnte sie sich nicht mit ihm und seinem Bruder vereinen. Es war, weil eines Tages eine Gruppe von Pionieren vorbeiging und sie seine beiden Söhne sahen, die sich hinter einem Busch versteckten und sich über die, die vorbeimarschierten, lustig machten. An diesem Tag wurde ihr klar, dass sie Probleme bekommen würden, wenn sie blieben, und sie entschied sich, sie aus Kuba zu bringen.

In diesem Interview mit CiberCuba äußerte Eire auch seine Haltung gegenüber dem kubanischen Regime und bezeichnete Díaz-Canel als "das Schlimmste vom Schlimmsten". Zudem beschrieb er die tausend Tode, die wir Menschen erleiden, wenn wir auswandern, heiraten oder Kinder bekommen.

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