Der kubanische Aktivist Silverio Portal dokumentierte in einem Video eine neue Müllverbrennung in den Straßen von Havanna, eine Praxis, die sich angesichts des Zusammenbruchs der Abfallentsorgung zu einem alltäglichen Bild der Hauptstadt entwickelt hat.
Die von Portal festgehaltene Szene zeigt die Ansammlung von Abfällen und deren Verbrennung auf offener Straße, ein Bild, das sich in verschiedenen Gemeinden Havannas wiederholt und immer gravierendere Folgen für die Gesundheit und Sicherheit der Anwohner hat.
Havanna hat nur 44 von ihren 106 Müllwagen im Einsatz, die aufgrund von Treibstoffmangel stillstehen, und verfügt nur über 10.000 Container, während sie zwischen 20.000 und 30.000 benötigen würde.
Ante der Abwesenheit des Staates haben die Anwohner das Verbrennen als verzweifelte Maßnahme angenommen. "Seit über 10 Tagen kommt kein Müllwagen mehr vorbei", hört man in verschiedenen Stadtvierteln wiederholen.
Die Episoden haben sich in den letzten Monaten vervielfacht. Eine dichte Rauchwolke bedeckte die Gegend von Marianao im April, während kurz zuvor ein Brand gemeldet wurde, der durch die Verbrennung eines Müllhaufens an der Kreuzung von Águilas und Monte verursacht wurde, im Herzen der Hauptstadt.
In Guanabacoa haben die Anwohner Abfälle in der Nähe des Poliklinikums Ángel Machado Ameijeiras verbrannt, was Patienten und medizinisches Personal direkt in Gefahr brachte. Wochen zuvor, im Februar, gab es einen Brand an Sammelpunkten in Palatino und Vía Blanca, der die gesundheitliche Krise noch weiter verschärfte.
Der Staat hat ein Projekt für ausländische Investitionen zur Müllabfuhr angekündigt, doch die Maßnahme wurde mit Skepsis aufgenommen.
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