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Der russische Öltanker Universal, der von den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich sanktioniert wurde, bewegt sich weiterhin langsam durch den Atlantik, während die Zweifel an seinem endgültigen Ziel und an der politischen sowie operativen Machbarkeit eines möglichen Anlegens in Kuba wachsen.
Die jüngsten Daten zur Schifffahrtsverfolgung zeigen, dass das Schiff sich seit der letzten bekannten Aktualisierung weiterhin nach Westen bewegt, wenn auch mit äußerst geringer Geschwindigkeit.
Der Universal fährt aktuell mit lediglich 1 Knoten —etwa 1,8 Kilometer pro Stunde— in ungefähr 309 Grad Richtung, erneut nordwestlich, nachdem in den letzten Tagen mehrere Kursänderungen aufgezeichnet wurden.
In der vorherigen Aktualisierung bewegte sich der Tanker mit 2,2 Knoten und schien er seinen Kurs teilweise in Richtung Karibik zu korrigieren. Allerdings entfernt die neue Kursänderung ihn erneut von einer direkten Route nach Kuba und verstärkt das Gefühl einer vorsichtigen, erratischen Navigation oder einer Navigation, die durch externe Faktoren beeinflusst wird.
Ein weiterer significanter Punkt ist der starke kumulierte Rückstand. Die vom AIS-System gemeldete Ankunftsschätzung änderte sich von dem 5. Mai auf den 15. Mai, eine Differenz von zehn Tagen, die für eine normale kommerzielle Überfahrt eines Tankschiffes dieser Art unüblich ist.
Der geopolitische Kontext rund um das Schiff hat sich ebenfalls verschärft. Während die Universal weiterhin kein klares Ziel vermeldet, führt die Vereinigten Staaten im Karibischen Raum Militärübungen wie FLEX2026 durch, die Drohnen, künstliche Intelligenz, maritime Überwachung und die Fähigkeit zur interdiktiven Maßnahmen in Echtzeit in der Nähe von Kuba integrieren.
Analysten sind der Ansicht, dass die Kombination aus Sanktionen, diplomatischem Druck und militärischer Präsenz indirekt das Verhalten des Schiffes beeinflussen könnte, insbesondere nachdem Washington die Beschränkungen für Operationen im Zusammenhang mit dem russischen Öl, das auf die Insel geht, verschärft hat.
Die Situation tritt zudem zu dem denkbar schlechtesten Zeitpunkt für Kuba auf. An diesem Dienstag gab die Regierung bekannt, dass ab dem 15. Mai der einheitliche Preis für Kraftstoff in Dollar aufgehoben wird und dass jeder Importeur Benzin und Diesel zu seinen tatsächlichen Betriebskosten, einschließlich Fracht, Versicherungen und Risiken, verkaufen kann.
Die Maßnahme stellt eine implizite Anerkennung der Schwere der Energiekrise dar. Kuba benötigt etwa 110.000 Barrel pro Tag und produziert nur 40.000. Inmitten dieses Defizits wird die Verzögerung des Universal zu viel mehr als einem maritimen Ereignis: Sie spiegelt die zunehmende Fragilität der Ölversorgung der Insel unter internationalem Druck wider.
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