Die Empresa de Telecomunicaciones de Cuba S.A (ETECSA) kündigte am 30. Mai ein neues Maßnahmenpaket an, das die Dollarisierung des Zugangs zu mobilen Diensten auf der Insel verstärkt.
Die Entscheidung hat sofort eine umfassende Ablehnung in der Bevölkerung hervorgerufen, mit Kritiken, die die Maßnahme als ungerecht, ausschließend und gegen den gerechten Zugang zur Konnektivität in Kuba gerichtet bezeichneten.
Die offizielle Antwort: „Neue Einkommensquellen stärken“
Angesichts der Flut von Kommentaren in den sozialen Medien hat ETECSA direkt auf einige Nutzer reagiert, um die Gründe hinter der Entscheidung zu erläutern.
Auf die Besorgnis eines Internetnutzers, der die Logik in Frage stellte, die Aufladungen in kubanischen Pesos (CUP) zu begrenzen, während mehr Käufe gefördert werden, antwortete das staatliche Unternehmen:
„Wir möchten ein Datenverbrauchsniveau zu erschwinglichen Preisen gewährleisten und neue Einkommensquellen für über diesen Wert hinausgehenden Verbrauch schaffen. Für die Dienste VOZ und SMS stehen weitere Optionen zur Verfügung, um diese unbegrenzt zu erwerben.“

In Antwort auf einen anderen Nutzer, der die schlechte Qualität des Service scharf kritisierte und dazu aufrief, in Antennen mit erneuerbaren Energien zu investieren, antwortete ETECSA:
„Diese Maßnahmen werden mit dem Ziel umgesetzt, neue Einnahmequellen zu fördern, die es ETECSA ermöglichen, die verschiedenen Telekommunikationsdienste des Landes aufrechtzuerhalten, weiterzuentwickeln und auszubauen.“
Das Versprechen, „neue Einnahmequellen zu fördern“, um den Service zu verbessern, hat zahlreiche Kubaner zum Lachen gebracht, die wissen, wo ETECSA der Schuh drückt.
Ein Internetnutzer fasste es treffend zusammen, als er sagte:
"Sufre AT&T!
Sufre Vodafone!
ETECSA weint nicht, ETECSA rechnet ab."
Ladegrenze in kubanischen Pesos: nur bis zu 360 CUP pro Monat
Ein zentraler Punkt der Ankündigung ist das Limit für Aufladungen in Landeswährung: Ab sofort können Prepaid-Kunden ihr Hauptguthaben innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen nur bis zu 360 CUP aufladen.
Die Maßnahme betrifft direkt diejenigen, die keinen Zugang zu US-Dollar oder ausländischen Währungen haben. In Antwort auf Fragen wie die von der Nutzerin Adriana González bestätigte ETECSA: „Der maximal erlaubte Betrag für nationale Aufladungen beträgt 360 CUP in 30 Tagen“.
Obwohl dieses Guthaben weiterhin für Pläne oder Überweisungen verwendet werden kann, verringert die Maßnahme erheblich den Handlungsspielraum der Nutzer, die ausschließlich auf den CUP angewiesen sind.
Pläne in Dollar: Die neue Normalität
Gleichzeitig mit der Einschränkung der Nutzung des CUP hat ETECSA neue Zusatzdatenpläne in USD eingeführt, die ausschließlich über internationale Karten oder das Monedero MiTransfer zugänglich sind.
Die angekündigten Tarife sind: 4 GB für 10 USD; 8 GB + 75 MIN + 80 SMS für 20 USD; 16 GB für 35 USD.
Diese Pakete enthalten zusätzlich 300 MB für nationale Internetnutzung. Obwohl sie in den Verkaufsstellen von ETECSA erworben werden können, ist der Zugang dafür Tausenden von Kubanern ohne Kontakte ins Ausland oder ohne Zugang zu Devisen verwehrt.
Was bleibt in CUP?: Unerreichbare Pläne für viele
ETECSA kündigte auch neue Datenpakete in CUP an, die jedoch als überteuert gelten: 3 GB für 3.360 CUP; 7 GB für 6.720 CUP; 15 GB für 11.760 CUP.
Alle Tarife beinhalten 300 MB nationale Nutzung und sind gültig für 2G-, 3G- und 4G-Netze. Die Preise übersteigen jedoch bei Weitem den Mindestlohn des Landes, wodurch sie für die Mehrheit der Kubaner unerschwinglich werden.
Trotzdem hält das Unternehmen die Preise für die Messenger-Plattform toDus, die Sprachpläne und die SMS in CUP stabil.
Reaktionen: „Bewaffneter Raub“ und mehr Ungleichheit
Die Antworten von ETECSA überzeugten die Mehrheit der Internetnutzer nicht, die sich in den sozialen Medien deutlich äußerten. Die Kubaner zeigten sich empört über das, was sie als eine weitere Form der Ungleichheit unter den Kubanern betrachten.
Viele äußerten Bedenken hinsichtlich des Zugangs zu Studien und der Möglichkeit von Remote-Arbeit
„Ich bin Webentwickler… ich benötigte mehrere Aufladungen pro Monat. Jetzt kann ich nicht arbeiten.“; „Das schränkt das Lernen von Fachleuten und Studenten ein. Das ist eine sehr schlechte Entscheidung.“; „Wie sollen die Studenten Bibliografie herunterladen, wenn es nicht einmal physische Bücher gibt?“ bemerkten drei Kommentatoren in diesem Sinne.
„Wie weit denkt ihr, die Schnur zu ziehen?“; „Sie erbringen mal Leistungen und wollen mehr verlangen… hört auf, Geld zu waschen“; „Ein Plan für 3.360 CUP kostet mehr als den Mindestlohn. Wem soll das nutzen?“, kommentierten andere.
„Jetzt aber: Briefe per Post, Rauchzeichen und Hatuey erhebt sich. Kuba schreitet voran“, schloss eine andere Nutzerin scherzhaft.
El descontento se ha hecho sentir especialmente entre quienes no reciben remesas ni tienen posibilidad de acceso al mercado en divisas, lo que consolida una vez más la brecha digital y económica dentro de la isla.
Obwohl ETECSA ihr Engagement bekräftigt, Dienstleistungen in nationaler Währung anzubieten und vulnerable soziale Sektoren zu unterstützen, bestätigen die neuen Bestimmungen eine Wende hin zur teilweise Dollarisierung des Zugangs zu Internet und Mobiltelefonie in Kuba.
Dieser Prozess stellt in einem zunehmend komplexen wirtschaftlichen Kontext eine zusätzliche Hürde für die am stärksten verarmten Bevölkerungsgruppen dar und festigt eine ungleiche Zugangsstruktur zu dem, was ein essenzieller öffentlicher Dienst sein sollte.
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