"Toca buscar por fuera": Kubanische Mutter zeigt, wie sie Milch für ihr Kind besorgt

"Manchmal kommt die Milch im Laden nicht, sie bleibt Tage lang aus, oder sie bekommen nur einen halben Liter... alles ist ein Problem."

Kubanische Mutter beschreibt die Schwierigkeiten, Milch für ihr Kind zu bekommenFoto © TikTok / @yani.cubana99

Die kubanische TikTok-Nutzerin @yani.cubana99 teilte ein Video, in dem sie dokumentierte, wie sie Milch für ihr Kind inmitten der Knappheit dieses Produkts in Kuba besorgt. Das Zeugnis legt die Realität dar, mit der viele Familien auf der Insel konfrontiert sind.

„Hier im Morgengrauen, gehe ich Milch für das Kind holen und ich möchte, dass ihr mich heute begleitet bei dem, was ich tun werde“, beginnt die junge Mutter im Video zu sagen, wo sie auch darauf hinweist, dass die Milch „für die Kinder rationiert ist, genauso wie, wie ihr wisst, die meisten Dinge, die man mit einem Versorgungsheft und all diesen Themen bekommt“.

Die Inhalte-Erstellerin erklärt, dass ihr Sohn Milch mag und dass sie daher „immer versucht, welche zu besorgen“. Sie fügt hinzu: „Das ist eine Kuhmilch, die einige Landwirte verkaufen, die Kühe haben, und das sind 3 Liter Milch, die mich 360 Pesos Moneda Nacional gekostet haben.“

Während die Milch in ihrer Küche kocht, stellt sie ihren Followern eine offene Frage: „Lasst mir in den Kommentaren wissen, was ihr von dem Preis haltet, was ihr von diesem Thema Milch denkt, denn manchmal, wenn die Milch im Laden nicht kommt, fehlen sie tagelang, oder man bekommt nur einen halben Liter, und na ja, das ist alles ein Problem.“

Das Video löste zahlreiche Reaktionen aus. Mehrere Nutzer äußerten Empörung über die langanhaltende Existenz der Versorgungskarte, während andere der Meinung waren, dass der Preis für Milch auf dem informellen Markt angesichts der Umstände nicht übertrieben sei. Eine Nutzerin schrieb: „Mein Gott, welch große Respektlosigkeit von dieser Regierung, nicht einmal Milch für die Kinder. Unser Volk verdient es nicht, so viel Leid zu ertragen.“

Nationale Milchknappheit

Das Zeugnis von @yani.cubana99 deckt sich mit einer strukturellen Krise der Milchindustrie in Kuba, die von offiziellen und alternativen Medien umfassend berichtet wurde.

In Santiago de Cuba haben die örtlichen Behörden kürzlich anerkannt, dass Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren ihren Milchanteil nicht erhalten haben, während bei den Kindern unter einem Jahr das Produkt nur teilweise verteilt wurde.

In Camagüey, einer historisch als Hauptmilchkuhregion des Landes anerkannten Provinz, wird geschätzt, dass das Defizit in diesem Jahr eine Million Liter übersteigen wird. Ursachen wie die Dürre, der illegale Viehabbau und das Fehlen von Anreizen haben das Produktionssystem zusammenbrechen lassen. In den letzten fünf Jahren hat die Provinz mehr als die Hälfte ihrer Milchproduktion verloren, die von 92 Millionen Litern im Jahr 2019 auf lediglich 41,1 Millionen im Jahr 2024 gesunken ist. Zahlungsverzug, schlechtes Management und institutionelle Vernachlässigung waren entscheidende Faktoren für diesen Rückgang.

Währenddessen sind in Matanzas mehr als 5.000 Kinder und krebskranke Patienten von der entsprechenden Milchversorgung ausgeschlossen, da es Probleme bei der Produktion und Verteilung gibt. Diese Situation hat dazu geführt, dass die Auslieferungen auf jeden zweiten Tag oder alle drei Tage beschränkt werden mussten.

In einem Kontext von Versorgungsengpässen, Diebstahl von Milchpulver und unerreichbaren Preisen auf dem Schwarzmarkt — wo ein Kilogramm bis zu 2.000 kubanische Pesos kosten kann — stellt jeder Liter Milch für viele kubanische Familien eine tägliche Herausforderung dar.

Häufig gestellte Fragen zur Milchknappheit in Kuba

Warum gibt es einen Milchmangel in Kuba?

Die Knappheit von Milch in Kuba ist auf eine strukturelle Krise in der Milchwirtschaft zurückzuführen, die durch Faktoren wie Dürre, illegalen Viehbestandabbruch, fehlende Anreize und schlechtes Management verstärkt wird. Diese Bedingungen haben die Milchproduktion im Land drastisch reduziert, was die Versorgung der Bevölkerung, insbesondere der Kinder, beeinträchtigt.

Wie bekommen die Familien in Kuba Milch inmitten des Mangels?

Die kubanischen Familien greifen auf den informellen Markt zurück, um Milch zu besorgen, indem sie sie von Bauern kaufen, die Kühe haben. Der Preis auf dem informellen Markt kann hoch sein, was eine erhebliche wirtschaftliche Herausforderung für viele Familien darstellt. Darüber hinaus ist die offiziell verteilte Milch rationiert und oft unzureichend.

Was ist die Auswirkung der Milchknappheit auf die kubanischen Kinder?

Die Knappheit an Milch betrifft gravierend die kubanischen Kinder, da viele nicht die angemessene Menge dieses lebenswichtigen Nahrungsmittels erhalten. Der Milchmangel gefährdet die Ernährung und die kindliche Entwicklung, und in einigen Fällen müssen Familien teure Alternativen auf dem informellen Markt suchen.

Welche Alternativen bietet die kubanische Regierung angesichts des Mangels an Milch an?

Der kubanische Staat hat versucht, Milchpulver durch Schokoladenmischungen und Colasirup zu ersetzen, Optionen, die den notwendigen Nährwert für Kinder fehlen. Diese Maßnahmen wurden kritisiert, weil sie die Notwendigkeit einer zuverlässigen Milchquelle für die Bevölkerung nicht angemessen angehen.

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