Der Ankündigung der Zentralbank von Kuba über die Einführung eines "flexiblen" Wechselkurses stellte elTOQUE, das unabhängige Medium, das seit Jahren die Referenz für den informellen Devisenmarkt auf der Insel darstellt, erneut ins Zentrum der öffentlichen Debatte.
Minuten nach dem Fernsehauftritt der Präsidentin der Zentralbank reagierte elTOQUE mit Ironie und Skepsis. „Acht Minuten Lesung und Aktion und wie fast immer… müssen wir bis morgen warten“, schrieb das Medium in einer seiner ersten Veröffentlichungen, in der es zusammenfasste, dass es „vorübergehend“ die Vielzahl der Wechselkurse verfolgen und der neue schwankende Kurs täglich veröffentlicht wird, zusammen mit den Vorschriften, die den Devisenmarkt regeln werden. „Wir sehen uns… auch morgen“, fügte man hinzu.

Antes der offiziellen Bekanntgabe hatte elTOQUE seinen repräsentativen Kurs des informellen Devisenmarktes nach Regionen geteilt, mit Werten, die in mehreren Provinzen 440 Pesos pro Dollar überschritten. In diesem Kontext lud es seine Follower ein, zu spekulieren, welchen offiziellen Kurs sie erwarteten, was die Erwartungen widerspiegelte, die die Regierungsentscheidung umgaben.
Stunden später, nachdem die offizielle Information bekannt wurde, verbreitete das Medium ein ironisches Meme: “Nach den heutigen Angriffen auf die Seite von elTOQUE und dem Wettstreit zwischen den Reden von Donald Trump und der Präsidentin der Zentralbank von Kuba heute Abend… Jetzt ergibt alles Sinn. Wir sind verloren!”. Der Ton sprach schnell ein Publikum an, das es gewohnt ist, bei wirtschaftlichen Ankündigungen zwischen den Zeilen zu lesen.
Die direkteste Reaktion kam danach, als elTOQUE ein Bild mit einer einzigen Zahl in der Mitte veröffentlichte: „410“. Kurz zuvor hatten staatliche Medien bestätigt, dass dies der offizielle Rate des US-Dollars für den 18. Dezember wäre, was viele als eine implizite Bestätigung der Werte interpretierten, die das unabhängige Medium seit Monaten wiedergab.
In den sozialen Netzwerken löste die offizielle Veröffentlichung eine Welle von Kommentaren aus, die von Ironie, Verwirrung und Unmut geprägt waren. Zahlreiche Nutzer hinterfragten, dass die Regierung nach Wochen der offiziellen Kritik am Informellmarkt und an elTOQUE schließlich einen "fast identischen" Kurs ankündigte, während andere sich fragten, ob es wirklich möglich sein würde, Devisen in den Banken zu kaufen oder zu verkaufen. Auch gab es viele Reaktionen, die auf den Widerspruch zwischen dem neuen Wechselkurs und den Staatsgehältern hinwiesen, die jetzt auf nur wenige Dollar pro Monat berechnet werden.
Mientras die Zentralbank darauf besteht, dass der variable Zinssatz darauf abzielt, „die Kaufkraft der nationalen Währung wiederherzustellen“ und auf eine zukünftige Währungsunion hinzuarbeiten, zeigt die Reaktion von elTOQUE und Tausenden von Kubanern, dass die Unsicherheit weiterhin besteht.
Für viele bleibt, über die angekündigte Zahl hinaus, die Frage: Wie wird sich diese Maßnahme auf das alltägliche Leben in einem Land auswirken, in dem das kubanische Peso weiterhin an Wert verliert gegenüber einer zunehmend dollarisierenden Wirtschaft?
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