Humberto López gibt zu, dass es in Kuba „harte Zeiten“ gibt, ignoriert jedoch das Schießen in den Hoheitsgewässern und wählt es stattdessen, über die Landwirtschaft zu diskutieren



Humberto LópezFoto © Televisión Cubana

Der offizielle Moderator Humberto López versicherte am Mittwoch in seiner Sendung Hacemos Cuba, dass das Land „harte Zeiten“ durchlebt. Dennoch, an einem Tag, der von einem bewaffneten Konflikt in den Hoheitsgewässern geprägt war und vier Tote sowie sieben Verletzte forderte, entschied sich der Sprecher des Regimes, seinen Fokus auf ein bürokratisches Thema zu legen: Maßnahmen zur Kontrolle im Landwirtschaftsministerium.

Während das Innenministerium berichtete, dass ein Boot mit einem Kennzeichen aus dem Bundesstaat Florida eine Seemeile vom Kanal El Pino in Cayo Falcones (Villa Clara) von Grenztruppen abgefangen wurde und der Schusswechsel Tote forderte, vermied es der reaktionärste Sprecher des staatlichen Fernsehens, den Fokus auf eines der schwerwiegendsten Ereignisse zu richten, die in den letzten Jahren in kubanischen Gewässern stattgefunden haben.

Statt einen Vorfall mit möglichen politischen und diplomatischen Implikationen in einem sensiblen Moment für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten anzugehen, konzentrierte sich Hacemos Cuba darauf, die Ergebnisse einer Überprüfung der internen Kontrollen im Agrarsektor zu diskutieren, einem Bereich, der seit Jahrzehnten in einer strukturellen Krise und niedrigen Produktionsniveaus steckt.

Die Themenwahl erwies sich als disconnected von der Realität, die nationale und internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht, und zeigte eine Medienagenda, die von den drängendsten Sorgen des Landes abgekoppelt ist.

Das Regime entwickelt verwirrende Kommunikationsstrategien. Es versucht zu vermitteln, dass auf der Insel nichts passiert, dass sie mit ihren gewohnten Agenden in der Regierung weitermachen, aber die Kubaner haben das Gefühl, dass sehr bald Veränderungen bevorstehen.

Die kubanische Fernseh und die offiziellen Medien sind in diesen "schwierigen Zeiten für Kuba" die am wenigsten konsultierte Informationsquelle. Dies liegt daran, dass sie unter absoluter Kontrolle des Regimes stehen und nicht in der Lage sind, auf die Belange ihrer Zuschauerschaft im Land einzugehen.

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CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.

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