„Diktatur ohne Vorstellungskraft“: Die Radiographie Kubas aus El Mundo



Miguel Díaz-Canel und Raúl CastroFoto © Estudios Revolución

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Die Journalistin und Schriftstellerin Gina Montaner veröffentlichte in El Mundo eine Kolumne, in der sie argumentiert, dass totale Regime „keine Vorstellungskraft“ besitzen, weil sie sich auf Dogmen stützen und „nicht vom Skript abweichen“. Sie nutzt diese Idee, um die jüngste öffentliche Erscheinung des kubanischen Herrschers Miguel Díaz-Canel im Kontext von Berichten über hochrangige Kontakte zwischen Washington und Havanna zu interpretieren.

In seiner Analyse behauptet Montaner, dass das Interesse an Díaz-Canel gewachsen ist, nachdem Präsident Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio angedeutet hatten, dass der „Fahrplan“ mit Kuba Ähnlichkeiten mit Venezuela aufweisen könnte, wobei der Schwerpunkt auf der „Erstickung“ des kubanischen Systems lag, insbesondere durch die Blockade des Kraftstoffimports.

Die Autorin stellt fest, dass diese Botschaften „zwischen den Zeilen“ Spekulationen über einen Übergang und die Suche nach einem „kubanischen Äquivalent“ zu Figuren des venezolanischen Systems eröffnen.

Laut dem Text erklärte Díaz-Canel, dass er bereit sei, mit den Vereinigten Staaten in den Dialog zu treten, aber ohne „Druck“, ohne „Voraussetzungen“ und „ohne unsere Souveränität zu verletzen“.

Montaner interpretiert diese Aussagen als eine Bestätigung des "Widerstandsmanualls" des Castrismus und als Ankündigung eines "Notfallplans", der sich auf die "Verteidigung" des Modells konzentriert.

Zurück zur Sonderperiode

Die Kolumne beschreibt den Moment als ein „Déjà-vu“, das an die Sonderperiode der neunziger Jahre erinnert, als —so wird angemerkt— der Fall der Sowjetunion die Insel ohne Subventionen zurückließ und in eine Phase von Hungersnot und Verfall mündete.

Die Autorin ist der Ansicht, dass die verstärkten US-amerikanischen Druckmittel und der Mangel an Treibstoff die Kubaner erneut in eine verletzliche Lage bringen, mit Stromausfällen, Schwierigkeiten, Nahrungsmittel zu beschaffen, und einer humanitären Krise, die — so schreibt sie — „keine Entelechie ist“.

Montaner hinterfragt auch den offiziellen Aufruf zur „kreativen Widerstandsfähigkeit“: Er betrachtet ihn als eine Aufforderung an die Bevölkerung, sich „so gut es geht“ mit Hunger und dem Mangel an Dienstleistungen auseinanderzusetzen, was —seiner Auffassung nach— von einer „einfallslosen“ Führung ausgesprochen wird, eine Eigenschaft, die er den „fortschrittlichen freien Gesellschaften“ entgegensetzt.

In diesem Zusammenhang erwähnt er die Rolle der Kirche und von politischen Vermittlern als Kanäle, die, so behauptet er, über die öffentlichen Erklärungen von Havanna und Washington hinausgehen.

Gina Montaner ist Journalistin und Schriftstellerin und die Tochter des verstorbenen Carlos Alberto Montaner. Sie hat über Themen wie Freiheit, Politik und persönliche Erfahrungen geschrieben.

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