Die USA bestätigen Kontakte innerhalb des kubanischen Regimes für eine „friedliche“ Lösung



Mike Hammer spricht mit ABC in der US-Botschaft in SpanienFoto © X / @TaniaSieira

Die Äußerungen des Geschäftsträgers der Botschaft der Vereinigten Staaten in Havanna, Mike Hammer, haben einen neuen politischen Schwerpunkt ins Rampenlicht gerückt: Washington führt "Kommunikationen mit bestimmten Personen" innerhalb des kubanischen Regimes.

Die Aussage, die in einem kürzlichen Interview mit der spanischen Zeitung ABC gemacht wurde, deutet auf interne Bewegungen zu einem Zeitpunkt höchster äußerer Druck auf das diktatorische Regime von Havanna hin.

„Es gibt Kommunikationen mit bestimmten Personen“, sagte Hammer und bezog sich dabei auf frühere Äußerungen von Präsident Donald Trump. Obwohl er sich weigerte, Einzelheiten zu geben, fügte er eine bedeutende Nuance hinzu: „Dass einige Mitglieder des kubanischen Regimes sagen, dass es nichts gibt; vielleicht sind sie nicht informiert, vielleicht ist es nicht mit ihnen…“.

Der Satz führt ein zentrales Element ein: Nicht alle im Machtapparat würden über diese Austauschprozesse informiert sein. In einem stark zentralisierten und hermetischen System wie dem kubanischen deutet diese Möglichkeit auf die Existenz diskreter Kanäle oder spezifischer Gesprächspartner hin.

Hammer ging weiter davon aus, dass es innerhalb des Systems Personen gibt, die „merken, dass das Projekt bereits zu Ende geht“ und die möglicherweise daran interessiert sind, einen Ausweg zu erleichtern.

Laut seiner Erklärung ist das Ziel Washingtons ein „friedlicher Ausweg ohne Blutvergießen“, der eine wirtschaftliche und politische Öffnung ermöglicht, die den Kubanern Rechte, Freiheiten und Wohlstand zurückgibt.

Neben den Aussagen des in Havanna stationierten US-Diplomaten haben aktuelle Berichte in den Medien darauf hingewiesen, dass das Weiße Haus und der Außenminister Marco Rubio Kommunikationswege mit Raúl Guillermo Rodríguez Castro, genannt „El Cangrejo“, Enkel und persönlicher Sicherheitsbeamter von Raúl Castro, erkundet haben, als Teil möglicher Szenarien für eine verhandelte Übergabe.

El Cangrejo gehört zur kastristischen Elite, mit direkten Verbindungen zum militärisch-wirtschaftlichen Konglomerat GAESA und einem Leben, das von Privilegien und Geschäften geprägt ist, während Millionen von Kubanern mit der Krise kämpfen.

Die Möglichkeit, dass Mitglieder der Familie Castro an einem Übergangsprozess teilnehmen, wurde von Teilen des kubanischen Exils mit Skepsis und Ablehnung aufgenommen. Sie halten es für inakzeptabel, dass ein Mitglied der Elite, die Macht und Luxus angehäuft hat, während die Mehrheit der Bevölkerung unter strukturellen Krisen leidet, als Gesprächspartner in einem möglichen politischen Wandel agieren soll.

Sogar öffentliche Stimmen haben die Wahrhaftigkeit dieser Kontakte in Frage gestellt und sie als politische Manöver mit spekulativen Zielen bezeichnet.

Der Kontext, in dem all diese Erklärungen und angeblichen Enthüllungen erfolgen, ist entscheidend. Die Trump-Administration hat den Druck auf Havanna erhöht, einschließlich des Blockade der venezolanischen Öllieferungen, energetischen Sanktionen und eines aggressiveren Ansatzes gegenüber den verbündeten Regierungen in der Region.

Die wirtschaftliche und energetische Krise auf der Insel, gekennzeichnet durch langanhaltende Stromausfälle, Treibstoffmangel und den Verfall grundlegender Dienstleistungen, hat den inneren Druck erhöht.

In diesem Szenario wirft die Bestätigung oder Spekulation über interne Kontakte unvermeidliche Fragen auf. Wer könnte im Dialog stehen? Hammer nannte keine Namen oder konkreten Hinweise, und jede kategorische Behauptung wäre spekulativ.

Dennoch konzentrieren sich die Machtstrukturen in Kuba in struktureller Hinsicht auf drei Hauptbereiche: das politische Apparate des Kommunistischen Party, der militärisch-wirtschaftliche Sektor, der mit GAESA verbunden ist, und bestimmte technische oder wirtschaftliche Führungskräfte, die für das Management verantwortlich sind.

Historisch gesehen haben Übergangsprozesse in geschlossenen Systemen Verhandlungen mit Sektoren umfasst, die Stabilität bewahren oder bestimmte Bedingungen garantieren möchten. Die Erwähnung von Hammer zu einem "friedlichen" und "weniger chaotischen" Ausgang deutet darauf hin, dass Washington genau dieses Szenario erkunden würde, das näher an einem vereinbarten Übergang als an einem abrupten Zusammenbruch liegt.

Ein weiteres relevantes Element ist der Wandel in der gesellschaftlichen Wahrnehmung, auf den der Diplomat in demselben Interview hinwies: „Die Leute fragen nicht, ob es passieren wird, sondern wann.“ Obwohl es sich um eine subjektive Einschätzung handelt, entspricht sie einem offensichtlichen Klima der wirtschaftlichen Erschöpfung auf der Insel und einem Anstieg der Massenauswanderung in den letzten Jahren.

Zur gleichen Zeit hat das Regime wiederholt die Existenz offizieller Verhandlungen mit Washington bestritten. Die Aussage von Hammer schafft somit einen direkten Gegensatz zwischen der offiziellen kubanischen Rhetorik und der amerikanischen Erzählung.

Es ist zu betonen, dass die Bestätigung von "Kommunikationen" nicht gleichbedeutend ist mit der Ankündigung eines bevorstehenden Abkommens oder einer offenen Fraktur in der Führung. In der Diplomatie können Kontakte explorativ, indirekt oder vorläufig sein. Dennoch stellt die bloße öffentliche Anerkennung ihrer Existenz einen kalkulierten politischen Schritt dar.

Más allá de den Einzelheiten ist die zentrale Botschaft klar: Washington ist der Ansicht, dass es innerhalb des kubanischen Systems Akteure gibt, die bereit sind, über die Zukunft zu sprechen. In einem Kontext anhaltenden externen Drucks und prolongierter interner Krise könnte diese Kombination den Beginn einer neuen politischen Phase auf der Insel markieren. 

Vorläufig ermöglichen die Aussagen von Hammer keine Prognosen zu Zeitrahmen oder konkreten Ergebnissen. Sie führen jedoch ein Element ein, das, falls es sich in der Realität bestätigt, tiefgreifende Auswirkungen haben könnte: die Möglichkeit, dass der Wandel in Kuba nicht nur von externen Faktoren oder wirtschaftlicher Erschöpfung abhängt, sondern auch von inneren Dynamiken, die beginnen, sich unter der Oberfläche zu bewegen.

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