Ein Kubaner, der als Daudy Cuervo identifiziert wurde, veröffentlichte ein Video auf Facebook, in dem er zeigt, dass er 18.000 Pesos für lediglich drei Liter Benzin auf dem informellen Markt bezahlt hat, zu einem Preis von 6.000 Pesos pro Liter.
Im Clip äußert Cuervo seine Empörung mit einem Satz, der die Situation zusammenfasst: "Ich habe gerade 18.000 Pesos für 3 Liter Benzin bezahlt, jetzt kostet es 6.000 und sie sagen, es wird auf 10.000 steigen. Wahnsinn, mein Schatz."
Der gezahlte Preis entspricht den höchsten Preisspannen, die auf dem kubanischen Schwarzmarkt während März und April 2026 gemeldet wurden, die zwischen 4.000 und 6.000 Pesos pro Liter schwanken.
Um die Auswirkungen zu verdeutlichen, genügt es, diese Zahl mit dem monatllichen Mindestlohn in Kuba: 2.100 Pesos zu vergleichen, der seit Januar 2021 nicht aktualisiert wurde.
Der informelle Markt ist für die meisten Kubaner zur einzigen Möglichkeit geworden, an Kraftstoff zu gelangen, da es praktisch unmöglich ist, diesen über staatliche Kanäle zu beziehen.
Der Staat verkauft Benzin über die Anwendung Ticket de Cimex ausschließlich in Dollar, mit Wartelisten von 7.000 bis 15.000 Anträgen pro Tankstelle und nur zwischen 50 und 90 Fahrzeugen, die pro Tag bedient werden.
Der Komiker Otto Ortiz berichtete, dass er auf Platz 15.551 dieser Liste gelandet ist, und einer Wartezeit von zehn Monaten schätzt.
Die Knappheit ist das Ergebnis einer Ansammlung von Schlägen gegen das kubanische Energiesystem. Venezuela, das etwa 30% der Energieimporte der Insel lieferte, stellte Ende 2025 seine Lieferungen ein. Mexiko unterbrach seine Lieferungen am 9. Januar 2026.
Am 13. Februar beeinträchtigte ein Feuer die Raffinerie Nico López in Havanna. Am 29. Januar unterzeichnete Donald Trump eine Executive Order, die mit Zöllen gegen jedes Land droht, das Öl an Kuba liefert.
Der einzige temporäre Linderung kam am 29. März, als der russische Öltanker Anatoli Kolodkin 740.000 Barrel in Matanzas entlud, ausreichend für einen Verbrauch von sieben bis zehn Tagen, priorisiert für Strom und essentielle Dienstleistungen, nicht für den privaten Transport.
In diesem Zusammenhang verkauft jeder, der Benzin hat, es zum Preis, den er möchte. In Santiago de Cuba erreichte Diesel im Schwarzmarkt 5.000 Pesos pro Liter im März.
Ein Kubaner zahlte am 26. März 50.000 Pesos für zehn Liter. Im Januar kostete der Liter auf dem informellen Markt je nach Provinz zwischen 700 und 1.500 Pesos: Innerhalb von nur drei Monaten vervierfachte sich der Preis oder sogar mehr.
Videos von Kubanern, die zeigen, was sie für Treibstoff bezahlen, haben sich in den sozialen Netzwerken zu einem eigenen Genre entwickelt, ein Spiegel der allgemeinen Empörung über eine Krise, die kurzfristig keine Lösung hat, wie Experten warnen.
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